Mein erster Versuch der geometrischen Abstraktion

Geometrische Abstraktion á la Morellet

Posted on 10. Juli 2011

Es gibt eine Vielzahl von Kunst- und Stilrichtungen. Eine davon ist die geometrische Abstraktion welche der abstrakten Malerei zuzuordnen ist. Meine bis jetzt favorisierten Vertreter sind hier unter anderen Geneviève Claisse und François Morellet. Morellets Ansatz finde ich dabei besonders Interessant, da er den Zufall zum Teil seiner Arbeiten macht.

Wie es der Zufall wollte, hatte Arte am 3. April 2011 Morellet eine Sendung aus der Reihe »Künstler hautnah« gewidmet. (Link)

Es ist erstaunlich was man mit Linien und dem Zufall so alles anstellen kann. Im Fall meines Artikelbildes sind es Linien und die Fibonacci-Folge. Man könnte aber auch Telefonnummern verwenden, da kann man der Fantasie freien lauf lassen.

Wie macht man aus Telefonnummern Kunst? Ganz einfach, man legt dem potenziellen Kunstwerk ein Raster zugrunde. Dabei ist die größe irrelevant, man sollte jedoch aus praktikablen Gründen sein Raster nicht zu klein bzw. zu groß wählen. Mein Raster habe ich direkt am Computer erstellt. Die äußeren Schnittpunkte erhalten eine Nummerierung von 0 bis 99.

Nun kommt der Zufall ins Spiel. Man wähle irgendeine Telefonnummer aus dem Telefonbuch oder sonst eine zufällige Zahl. Wichtig ist dabei nur das die Zahlen zwischen 1 und 100 liegen müssen. Im meinem Beispiel würde ich eine Telefonnummer verwenden. Ich verdeutliche das mal an der Telefonnummer 012345/67890. Meine erste Gerade würde ich von Punkt 01 zu Punkt 23 ziehen. Da die 01 und die 23 jedoch auf der gleichen Achse liegen, überspringe ich die 23 und verwende die 45. Die nächste Gerade läuft dann von 23 zu 67. Prinzip verstanden? Jetzt kann man von Telefonnummer zu Telefonnummer springen bis man den Eindruck hat es reicht.

Wichtig wäre noch zu sagen, das nicht jedes Zahlen-Linien-Bild zwangsläufig ein Kunstwerk wird. Morellet hat Unmengen solcher Bilder archiviert und sucht sich nur die Interessantesten heraus. Kriterien, wann ein Bild gut ist, muss jeder für sich selbst festlegen. Ich persönlich schaue immer ob ich das Bild an meine Wand hängen würde. 😀 Hat man sich für ein schönes Exemplar entschieden, überträgt man es auf eine Leinwand. Die Farbigkeit der Linien bzw. der entstandenen Flächen kann man dabei beliebig variieren.

Wer es etwas komplizierter Mag, kann Kreislinien verwenden (man müsste dann für eine Linie mehr Zahlenpaare verwenden). Grundsätzlich kann man hier sehr variabel sein, man braucht nur entsprechende Koordinatenwerte. Und dann heißt es, fleißig Experimentieren und sich auch ein bisschen von anderen Künstlern inspirieren lassen.

Viel Spass beim Nachmachen.

What Others Are Saying

  1. Choga Ramirez 10. Juli 2011 at 13:58

    Ich kann jetzt zwar nicht so viel mit abstrakter Kunst anfangen, aber das Bild ist wirklich interessant und faszinierend. Es hat irgendetwas fesselndes … Ich kann es nicht genau beschreiben.

    • Nico 10. Juli 2011 at 14:02

      Danke für deinen Kommentar!
      ich bin selbst erstaunt wie interessant es geworden ist. Ich hab schon überlegt es auf ne Leinwand drucken zu lassen. Im Original ist es ja bedeutend größer.

      • Choga Ramirez 14. Juli 2011 at 08:49

        Wenn du den Platz dafür hast? Aber es kommt bestimmt gut auf einer Leinwand. Wäre sicherlich ein echter Blickfang.

Kommentar verfassen


%d Bloggern gefällt das: